Ladezeit von Webseiten ist Rankingfaktor

10. April, 2010 4 Kommentare Autor:

Google möche ein schnelles, ein sehr schnelles Internet. Deshalb wurde, wie bereits früher angedeutet, die Ladezeit von Webseiten ein Rankingfaktor zur Berechnung der Platzierung in der Ergebnisliste. Der neue Rankingfaktor ist bereits aktiv und keiner hat es so richtig bemerkt.

Laut Google sind etwa 1% aller Suchresultate von der Änderung betroffen. Seit mehreren Wochen ist die Ladezeit Bestandteil der Formeln zur Berechnung des Rankings. Google argumentiert: Wenn eine Website langsam reagiert, verbringen Nutzer weniger Zeit dort. Umfangreiche Untersuchungen, u.a. von Google und Microsoft (Bing) belegen diese Aussage (Velocity and the Bottom Line).

Selbst ohne derzeitigen Einfluss auf die allermeisten Rankings wird sich nicht mehr umgehen lassen, als Webmaster einen Blick auf die Geschwindigkeit der Seiten zu legen. Webmaster können durch Beeinflussung der Seitengestaltung Einfluss auf die Ausliefergeschwindigkeit der Seiten nehmen. Simple Änderungen wie Optimierung von Bildgrössen, Auslagerung von CSS und JavaScript Code in externe Dateien sind erste mögliche Schritte. Komprimierte Auslieferung der Seiten (g-zip) kann ebenfalls schnellere Ladezeiten erzeugen. Interessant ist, dass bereits Verbesserungen der Ladezeiten im Millisekundenbereich zu messbaren Raktionen der Nutzer führen, welche in mehr Seitenzugriffe münden.
Messbar sind die Ergebnisse der Geschwindigkeitsoptimierung mit zahlreichen Tools, welche Google auf einer speziellen Seite aufführt. Einige dieser Tools geben Hinweise, mit welchen Änderungen eine Geschwindigkeitssteigerung erreicht werden kann.

Abgesehen von den Ladezeitoptimierungen, welche Webmaster vornehemen können, bleiben andere Faktoren unbeeinflussbar. Insbesondere der Weg vom Webhoster zum Nutzer, also der Weg der Daten durch das Internet, hängt von der tatsächlich bereit gestellten Bandbreite ab, die zur Verfügung gestellt wird, nicht die vom Internetzugangsprovider versprochene und verkaufte Bandbreite. Durch speziell bereit gestellte öffentliche DNS-Server versucht Google diesen Weg zu den Nutzern zu optimieren. Statt der DNS-Server des Internetproviders können die Google DNS-Server genutzt werden.

Der wichtigste Punkt für deutschsprachige Nutzer: Ladezeit als Rankingfaktor findet nur Anwendung für englischsprachige Nutzer auf Google.com. Zunächst soll untersucht werden welche Auswirkungen diese Änderung nach sich zieht. Ob und wann das Ranking anderer Sprach- und Länderversionen beeinflusst wird, ist derzeit nicht bekannt.

Für die Google AdWords Landeseiten ist die Ladezeit bereits seit Mai 2008 ein Qualitätsfaktor.

Siehe auch Beiträge:
Ladezeit von Webseiten als Rankingfaktor
Ladezeit von Webseiten beeinträchtigt den Qualitätsfaktor

Verweise im Web:

Official Google Webmaster Central Blog:
Using site speed in web search ranking

Google Webmaster Zentrale Blog:
Anzeige der Website Performance in den Webmaster Tools
Google Code – Let’s make the web faster

DNS-Server (Google Public DNS)

Auch interessant:


Tags: Kategorie: Google, Webmaster/SEO

4 Kommentare to “Ladezeit von Webseiten ist Rankingfaktor”

  1. Die Beziehung zwischen Usability und SEO - Usability-Freunde.de says:

    […] Bilder) sowie die Satzlänge das Suchmaschinenranking beeinflussen könnten. Dass die Ladezeit einer Website mittlerweile ein Rankingfaktor ist, ist seit kurzem […]

  2. Bernd says:

    Find ich schon interessant – die Frage ist natürlich wie sehr dabei das Ranking beeinflußt wird.
    Auf alle Fälle kann es nicht schaden wenn man eben wieder auf rasche Auslieferung von Seiten hin optimiert – und für den gesamten Internetverkehr wäre es ja auch ganz gut wenn die größten Daten- und Zeitfresser eben reduziert würden.

  3. Censis says:

    Die Ladezeit spielt für Besucher eine große Rolle. Niemand möchte gerne lange auf den Aufbau der Internetseite, die er sehen möchte, warten. Die Optimierung der Ladezeit sollte also auf jeden Fall durchgeführt werden, egal, ob es das Google Ranking beeinflusst oder nicht!

  4. Tino Bellmann says:

    Bei der Optimierung meines CMS-Systemes ist mir aufgefallen, dass sich die insgesamt 50ms Programmlaufzeit in 2 große Bereiche splitten. 60% der gesamten Programmlaufzeit fallen für den (einmaligen) connect zum Mysql-Server an. Wenn mir jemand mitteilen könnte, wie ich die 30-35 ms Wartezeit für die Verbindung zu Mysql weiter tunen kann, wäre ich sehr glücklich. Ich verwende MySQL mit skip-networking und die Datenbank liegt direkt auf dem localhost. Ich verwende Perl / DBI. Bei einem Tunig dieses Connects könnte ich die Ladezeit meiner Webseite(n) sicher weiter optimieren. Bei einem Webserver unter Last steigt die Zeit für einen Connect auf bis zu 200 ms an.