Unnatürliche Links entwerten

17. October, 2012 1 Kommentar Autor:

Linkaufbau, der gegen die Google Richtlinien für Webmaster verstösst, kann eine Abstrafung nach sich ziehen. Mit dem Pinguin-Update hat Google ein weiteres algorithmisches Werzkeug geschaffen, gegen unerwünschte Verlinkung vorzugehen. Webmaster können sich aus der Bestrafung befreien, indem sie “schlechte Links” auf anderen Websites entfernen lassen. Weil das nicht immer gelingen kann, bietet Google ein Werkzeug mit dem Webmaster unerwünschte Links an Google übermitteln können.

Bedeutung von Links und PageRank

Links sind eines der bekanntesten Signale zur Berechnung des Rankings. Links geben Suchmaschinen einen Hinweis darauf, welche Seiten angesehen und bedeutend sind. Aus der Verlinkung wird die Bedeutung einer Seite für die Nutzer abgeleitet. Das ist die Basis für die Berechnung des PageRanks, der nur einer von mehr als 200 Rankingfaktoren für die Google-Suchmaschine ist. Ein sehr bedeutender Faktor allerdings, obwohl immer wieder mal von SEOs für tot erklärt.

Nur weil Links, die Basis für die Berechnung des PageRanks, so bedeutend sind, geht Google gegen Manipulationen der Verlinkung vor. Google ersetzt allerdings das Wort bedeutend gegen “wohlbekannt”. Klar, Google möchte eigentlich gar nicht zugeben, wie wichtig dieses Rankingsignal ist. Andererseits ist die Bedeutsamkeit gar nicht zu übersehen. Die Intensität mit der Google algorithmisch und manuell gegen die Manipulation der Verlinkung vorgeht ist ein klares Zeichen für deren Wichtigkeit.

Im Vergleich dazu geht Google gegen Manipualtionen in Sozialen Netzwerken wie Google Plus, Facebook oder Twitter überhaupt nicht vor. Die Manipulationsmöglichkeiten waren hier seit Beginn klar, Google ignoriert weitgehend soziale Signale.

Abwertung unnatürlicher Linksignale

Die Bedeutsamkeit der Links führte in der jüngsten Vergangenheit beispielsweise zum Pinguin-Update, einer algorithmischen Maßnahme zur Abstrafung von Links, die als künstliche Beeinflussung des Rankings anzusehen sind.

Es kommt Google sicherlich sehr gelegen, dass infolge des Pinguin-Updates zahlreiche Webmaster versuchen, unnatürliche Verweise auf ihre Webpräsenz oder die Webpräsenz ihrer Kunden zu entfernen. Noch besser wäre es aus Google-Sicht, wenn erst gar keine Manipulation der Verlinkung versucht würde. Damit noch besser klar wird, was als Manipulation angesehen wird, hat Google erst kürzlich die Richtlinien für Webmaster überarbeitet und erweitert. Linktauschprogramme werden nun genauer erklärt und mit Beispielen unterlegt.

Abzocke mit Linkentfernung

Mit dem Pinguin-Update enstand sofort eine neue Einnahmequelle für Betreiber zweifelhafter Webverzeichnisse und anderer Websites, die sich kurz zuvor noch als mehr oder weniger vertrauenswürdige Linkquellen darstellten. Plötzlich sollten Webmaster für die Entfernung von Links zahlen. Diese Abzockversuche führten zu der Forderung, Suchmaschinenbetreiber sollten ein Tool bereitstellen, dem Webmaster mitteilen können ob ausgewählte Verweise auf die eigene Website für das Ranking gezählt werden sollen.

Disavow Tool von Bing

Bing, die Suchmaschine von Microsoft, reagierte bereits Ende Juni 2012 mit der Möglichkeit, Links abzuweisen. Mit dem Disavow Link Tool können Webmaster, innerhalb der Webmaster Tools von Bing, Links übermitteln, denen nicht getraut werden soll.

Gestern, am 17.Oktober 2012, veröffentlicht nun Google ebenfalls ein Tool, innerhalb der Google Webmaster Tools, zur Entwertung von Links.

Links entwerten – Für wen ist das nützlich

Der deutlich überwiegende Teil aller Webmaster bzw. Website-Betreiber muss sich für das Tool zur Entwertung von eingehenden Links nicht interessieren. Jedenfalls nicht aktiv. Im Verhältnis zur Gesamtmenge aller Websites ist nur ein verschwindend kleiner Teil mit unnatürlichen Links behaftet.

Wie kann man feststellen, ob unnatürliche Links vorhanden sind?

Google gibt einige konkrete Hinweise, welche Links einen negativen Einfluss für das Ranking hinterlassen.

  • Teilnahme an Linkringen oder anderen Linktauschprogrammen.
  • Bezahlte Links, die nicht für das Ranking ungültig gemacht wurden.
  • Partnerseiten, die nur für den Zweck der Verlinkung erstellt wurden.
  • Nutzung automatischer Programme zur künstlichen Steigerung der Verlinkung.
  • Nachricht innerhalb der Google Webmaster Tools weist auf unnatürliche Links hin.

Google empfiehlt den Empfängern einer Nachricht mit Hinweis auf unnatürliche Links, soviel wie möglich diese unnatürlichen Links zu entfernen bzw. zu entfernen lassen. Es liegt in der Natur der Dinge, dass nicht alle Links entfernbar sind. Links unter der Regie fremder Webmaster lassen sich nur mithilfe dieser Webmaster entfernen.

Weigert sich der Webmaster, reagiert nicht oder verlangt gar Geld für die Entfernung von Links, so muss man nicht weiter auf die Entfernung dringen. Google gibt Webmastern ein Werkzeug in die Hand, selbstbestimmt ungewünschte Links vom Ranking auszuschließen.

Unnatürliche Links entwerten

Google stellt das Tool Disavow Links zur Verfügung. Angemeldete Nutzer der Google Webmaster Tools können sämtliche Links übermitteln, denen sie nicht trauen, bzw. von denen sie der Meinung sind, dass die Links nicht für das Ranking gezählt werden sollen. Vorher sollten alle Wege ausgeschöpft worden sein, die Links entfernen zu lassen.

Achtung: Bitte vergewissern Sie sich vorher, ob sie sich absolut sicher sind, dass die Verweise nicht für das Ranking zählen sollen.

Wer dem Verweis Disavow Links folgt, kann zunächst eine Domain des Accounts auswählen.

Links entwerten

In den Google Webmaster Tools können Links gemeldet werden, die keinen Einfluss auf das Ranking haben sollen.

Hier folgt auch nochmals der eindringliche Hinweis, das Tool mit Vorsicht zu nutzen. Es ist durchaus möglich, mit dem Tool das Ranking der Website negativ zu beeinflussen!

Anschließend eröffnet sich die Möglichkeit, eine spezielle Datei hochzuladen, in der die nicht erwünschten Links aufgeführt werden. Die Datei wird in reinem Text-Format erwartet (Die erwartete Dateiendung ist .txt).
Beispiel für den Inhalt dieser Datei:

# Contacted owner of spamdomain1.com on 7/1/2012 to

# ask for link removal but got no response
domain:spamdomain1.com
# Owner of spamdomain2.com removed most links, but missed these
http://www.spamdomain2.com/contentA.html
http://www.spamdomain2.com/contentB.html
http://www.spamdomain2.com/contentC.html

Zeilen, die mit dem Kommentarzeichen # beginnen, werden von Google ignoriert. Google gibt keine Hinweise darauf, ob die Kommentare beachtet werden. Vermutlich aber nur, falls sich ein Mitarbeiter des Spamteams persönlich eine Datei ansieht. Wie aus dem Beispiel hervorgeht, bestehen zwei Möglichkeiten zum Ausschluss.

1. Komplette Domain ausschließen
Ist man sich sicher, dass die komplette Domain auf den Müllhaufen der Geschichte gehört, so kann man die komplette Domain aufführen.

domain:spamdomain1.com

2. Einzelne Seiten einer Domain ausschliessen
Diese Variante bietet sich an, falls nur wenige Seiten der Domain unerwünschte Links auf die eigene Website enthalten. Gut geeignet ist diese Variante auch für eine Website, die an sich vertrauenswürdig ist, aber einzelne Seiten enthält, die völlig abstruse Links setzen. Beispielsweise weil die Website gehackt wurde.

http://www.spamdomain2.com/contentA.html
http://www.spamdomain2.com/contentB.html
http://www.spamdomain2.com/contentC.html

Wie untersuche ich die Verlinkung einer Website?

Die  Webmaster Tools sind ein guter Startpunkt sich die Verlinkung der Website anzusehen. Eingehende Links sind in den Google Webmaster Tools sogar in zeitlicher Reihenfolge einsehbar und lassen sich in einer Datei herunterladen.

Es geht nicht darum, gewaltsam sämtliche Links zu finden, die einen zweifelhaften Charakter haben, um diese zu entfernen. Ein Anlass, die Links zu überprüfen wäre beispielsweise, ein deutlicher Besucherrückgang. Doch selbst dann sollte man behutsam und mit ruhigem Kopf handeln. Es gibt zahlreiche weitere Möglichkeiten, warum eine Website Besucher verliert.

Nur wer sich völlig sicher ist, dass es Links gibt, die der Website schaden, sollte das Tool zur Entwertung von Links nutzen. Im Zweifelsfall also Finger weg von diesem Tool!!

Versehentlich gute Links gemeldet, was nun?

Wurden versehentlich URL hochgeladen, denen getraut wird, so ist eine Änderung der Textdatei notwendig. Die neue Datei enthält nur noch die “schlechten” URL, nicht die versehentlich genannten URL. Google benötigt jedoch wieder einige Wochen, bis eine erneute Prüfung, einschließlich Crawling und Indexierung, erfolgte. Nicht zu vergessen, dass das Ranking für die Domain anhand der aktuellen, für das Ranking gültigen Linkzahl, neu errechnet werden muss. Für diesen Zeitraum von mehreren Wochen leidet die Domain erst einmal unter dem Versehen.

Tool gegen negatives SEO?

Das Tool ist vorrangig für Webmaster und Website-Betreiber, die wissentlich gegen die Richtlinien für Webmaster verstoßen haben. Es ist eher nicht dafür gedacht, bei Verdacht auf negatives SEO einen Rundumschlag auszuführen. Google erklärt, umfassende Maßnahmen zu berücksichtigen, die negatives SEO, also negativen Einfluss durch andere Webseiten, verhindern. Was zugegeben nicht bedeutet, dass dies immer gelingt.

Wer keine Links produziert hat, die gegen die Webmaster Richtlinien verstoßen, benötigt dieses Tool normalerweise nicht.

Bis die eingereichten URL tatsächlich entfernt werden vergehen in der Regel einige Wochen. Google sendet die GoogleBots zu den eingereichten Links, um die aufgeführten Seiten erneut zu crawlen und indexieren. Diese Verfahrensweise deutet aus meiner Sicht darauf hin, dass Google selbst nochmals prüfen möchte, inwiefern durch Google die Einschätzung schlechter Links geteilt wird. Zudem muss das Ranking komplett neu berechnet werden.

 

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Tags: , , , Kategorie: Google, Webmaster/SEO

Ein Kommentar to “Unnatürliche Links entwerten”

  1. Bernd says:

    Ja, was soll ich sagen, danke für diese außführlichen Informationen! Echt gute Gedankenstütze für jemanden, der damit einfach mal keine Ahnung hat! LG =)

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