Gut ein Drittel aller Klicks für den ersten Treffer

28. April, 2011 3 Kommentare Autor:

Platz eins in den Ergebnislisten von Suchmaschinen ist der Traum eines jeden Webmasters. Eine aktuelle Untersuchung zum Klickverhalten in Trefferlisten bestätigt wie berechtigt dieser Traum ist. Mit 36,4% räumt der erste Treffer mehr als ein Drittel aller Klicks in der organischen Trefferliste ab. Was bringen die nachfolgenden Plätze?

Mit 36% etwa gleichgroß ist der Klickanteil für die Summe von Platz 2 bis 5. Für die Plätze 6 bis 10 ergeben sich 16,6%. Das heisst, auf der ersten Seite werden 89% aller Klicks vergeben!
Wobei sich folgende Verteilung ergibt:

Platz 1: 36,4%
Platz 2: 12,5%
Platz 3: 9,5%
Platz 4: 7,9%
Platz 5: 6,1%
Platz 6: 4,1%
Platz 7: 3,8%
Platz 8: 3,5%
Platz 9: 3,0%
Platz 10: 2,2%

CTR Google Trefferliste organisch

Klickraten für organische Google Treffer

Interessant ist noch, dass es im Sinne der Klickrate ratsamer ist auf Platz 11 (2,6%) statt auf Platz 10 (2,2%)zu stehen. Wer solches Feintuning im Griff hat, wird sich jedoch eher nach vorne ausrichten um höhere Besucherzahlen zu erzielen.

Abschätzung des Aufwandes für eine Nachoptimierung

Die Verbesserung von Platz 9 auf Platz 3 beschert bereits 4 mal mehr Besucher. Von 9 auf 1 sind es sogar über 10 mal mehr Besucher.

Anhand dieser Werte ist es sicherlich besser möglich, realere Werte aus dem Google AdWords Keyword Tool zu ermitteln, soweit dieses Tool für die Abschätzung des Traffics für die organische Optimierung verwendet wird.
Falls das Google AdWords Keyword Tool also schätzt, es werden 1 000 Suchanfragen im Monat gestellt, kann man maximal 364 Besucher aus diesen Suchanfragen auf der eigene Seite erwarten, Vorausgesetzt Platz 1 wird wirklich erreicht.

Abhängigkeit vom Suchbegriff

Die Klickraten sind jedoch laut Untersuchung keineswegs konstant über alle Suchbegriffe gleich verteilt. Eine interessante Beziehung ergibt sich zu den Klickpreisen von Google AdWords. Teure Begriffe (Mehr als 1,50 $) werden in der Tendenz deutlich weniger geklickt, als Begriffe für die weniger geboten wird. Begriffe unter 1,50$ erzielen Klickraten von mehr als 30%, die teuren Begriffe oftmals deutlich unter 20%.

Vergleich organischer Klickraten mit Klicks auf bezahlte Treffer

Schaut man sich entsprechende Treffer an, wird dieses Verhalten der Nutzer erklärlich. Teure Begriffe in den Google Anzeigen bedeuten in der Regel, der Aufwand für die organische Optimierung steigt. Nach meiner Beobachtung sinkt damit oftmals deutlich die ansprechende Gestaltung. Einzelworte der Suchanfrage werden mehrfach wiederholt. Beispiel: Wer derzeit nach Urlaub Kreta googelt, wird beispielsweise im Seitentitel des ersten Treffers dreimal das Wort Kreta finden, das Wort Hotel in Singular und Plural. Gut für vordere Plätze, wenig ansprechend für Interessenten.

Hinweise zur Klickanalyse

Die Werte wurden mit einer Software von Optify aus einer Vielzahl von Webseiten, die Angebote für Geschäftskunden ( B2B ) und Endverbraucher (B2C) enthalten, im Dezember 2010 analysiert. Es wurden Besucher der zufällig ausgewählten 250 Websites untersucht, die über die Suchergebnisse von Google.com (US) mit über 10 000 Suchbegriffen geführt wurden. Die Begriffe mit denen Besucher zur Website kamen, wurden dann mit dem aktuellen Ranking für diesen Begriff zusammengeführt. Dann wurden die durchschnittlichen und mittleren Klickraten (CTR – Click Trough Rate) ermittelt. Für die Berichterstellung in diesem Beitrag wurden die durchschnittlichen Klickraten zugrunde gelegt.

Universalsuche verändert Klickzahlen

Zur Bewertung der oben genannten Werte kommen Unwägbarkeiten, die sich aus der Universalsuche ergeben. Werden Bilder, Videos oder News in die Trefferliste eingeblendet, müssen sich die ermittelten Klickraten verändern, weil Treffer weiter nach unten geschoben werden. Am deutlichsten passiert das mit lokalen Suchanfragen. Wer etwa einen Bäcker in Berlin sucht, findet zunächst 7 Treffer aus der lokalen Suche (Google Places) vor der organischen Trefferliste. Kaum zu erwarten, dass der erste organische Treffer noch mehr als 30% der Klicks abbekommt.

Klicktrends im Verlauf mehrerer Jahre

Die Erkenntnisse aus dieser Untersuchung bestätigen frühere Untersuchungen. Im Mai 2010 ermittelte Chitika sehr ähnliche Werte, die sich im Schnitt nicht mehr als 2% von den hier ermittelten Werten unterscheiden (TOP Rankings bringen hohen Traffic). Selbst eine Studie der Cornell-Universität aus dem Jahr 2005 kam sehr nahe an diese Werte: (Vorderste Platzierung zählt)
Es hat sich also nichts Wesentliches geändert. Der Platz 1 bleibt das angestrebte Ziel für jeden Webmaster und SEO, weil deutlich mehr Traffic generiert wird. Mehr Traffic bedeutet natürlich nicht, dass damit mehr Umsätze für die Zielseite erreicht werden. Das Versprechen des Treffers muss auf der Zielseite eingelöst werden.

Optify:Changing Face of SERPs: Organic Click Through Rate

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3 Kommentare to “Gut ein Drittel aller Klicks für den ersten Treffer”

  1. Martin says:

    Sehr interessante Statistik!!!! Danke fürs veröffentlichen.

  2. Ralf says:

    In der Tat fein aufbereitet, wenn auch grundsätzlich eben nichts neues. Was aber bei mir hängen blieb, und ein weit unterschätztes Credo ist: Das Versprechen des Treffers muss auf der Zielseite eingelöst werden.
    Das ist noch bei erstaunlich wenigen (SEO´s) angekommen!

  3. onlineshop erstellen says:

    Auch im Osten nix neues. Danke für die aufschlussreichen Statistiken. Eine Top 10 Platzierung allein bringt bei Keywords mit geringen Suchvolumen fast nichts. Auch für hart umkämpfte Keywords mit hohem Volumen nagt der Wettbewerb am Gewinn.