Algorithmus mit Spassfaktor

16. February, 2012 1 Kommentar Autor:

Algorithmen sind für Normalbürger ziemlich langweilig, weil nicht durchschaubar. Der Algorithmus für Comedy Slam ist zwar nicht spannender als andere Algorithmen, unterscheidet sich jedoch in der Zielsetzung. Es geht darum die lustigsten, skurrilsten oder niedlichsten Videos zu finden. Videos mit dem grössten Spassfaktor sollen prämiert werden. Ein Bereich der bisher ausschliesslich menschlicher Auswahl unterlag.

Können mathematische Berechnungen tatsächlich herausbekommen was Menschen als lustig ansehen? Das variiiert ja selbst zwischen Menschen, ob ein Video als lustig oder doch eher langweilig bewertet wird.

Google hat bereits erfolgreich Musiktalente mit Algorithmen analysiert. Videos nach Lustigkeit oder Niedlichkeit zu bewerten ist deutlich schwieriger, findet Google Wissenschaftler Sanketh Shetty.

Algorithmus bewertet Comedy

Zunächst werden dem Algorithmus nur Videos aus dem Bereich Comedy präsentiert. Damit bekommt die Auswertungssoftware nur Videos präsentiert, die nach dem Willen ihrer Schöpfer in irgendeiner Weise als lustig zu betrachten sind.

Die Analyse startet mit der Spracherkennung. Lachlaute oder Lachkannonanden können analysiert werden. Lustige Videos weisen Besonderheiten auf. Die Kameraführung ist öfters mal “durchgeschüttelt”.

Die Videoautoren geben dem Video normalerweise Signale mit, die algorithmisch ausgewertet werden. Das gilt für alle Videos. Titel, Beschreibungstext und Tags (Schlüsselbegriffe), mit denen das Video gekennzeichnet wurde, sind auswertbare Signale.

Nutzerreaktionen werden ausgewertet

Die Auswertung prüft, wie viele Ausdrücke in den Kommentaren erscheinen, die üblicherweise einen Ausdruck von Lustigkeit darstellen. Abkürzung wie LOL (Laughing out load), ROFL oder Ausrufe wie “hahaha”oder “lustig” verraten wie lustig Besucher das Video finden. Tendenziell werden mehr mehrere O in LOOOOOL als intensiveres “Lachen” gewertet. Die Forscher nutzen weitere Synonyme, die für humorvolle Zustimmung stehen. Emoticons, sogenannte Smiles 🙂 erfasst der Algorithmus ebenfalls.

Comedy klassifizieren

Mit diesen Merkmalen werden Klassifikatoren gefüttert. Die Klassifikatoren sortieren die Videos. Lustige Tiere, Parodien und lustige Täuschungen, Komiker, Streiche, lustige kommerzielle Videos usw. Innerhalb der Kategorien sind nun die lustigsten Videos zu finden.

Menschliche Unterstützung für den Algorithmus

Mit einem passiv-aggressiven Algorithmus erfolgt eine Bewertung der Videos. Der algorithmischen Bewertung traut man bei Google nur bedingt. Deshalb müssen echte Menschen ran. Im YouTube Comedy-Wettbewerb vergleichen interessierte Nutzer jeweils zwei Videos und geben eine Wertung ab.

YouTube Comedy Wettbewerb

Der YouTube Comedy Wettbewerb lässt über jeweils zwei Videos abstimmen

Warum der Algorithmus allein den Spassfaktor nicht ausreichend erkennt

Die Bewertung von Emotionen gehören zu den schwierigsten Problemen der künstlichen Intelligenz. Spezielle Computerproblemlösungen der künstlichen Intelligenz, sogenannte AI-Complete sind nach derzeitigem Stand nicht allein von Computern zu bewältigen. Menschliche Hilfe ist zur Lösung des Problems notwendig.

 

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Ein Kommentar to “Algorithmus mit Spassfaktor”

  1. Social TV: Der Trend geht zum 2. Bildschirm › comspace Blog says:

    […] Diskussionen möglich wird, wie es YouTube im Februar 2012 bereits vorgemacht hat: Dort hat man den Comedy-Gehalt der Videos am Inhalt bestimmert Schlüsselbegriffe wie LOL, ROFL usw. in den Kommentaren gemessen. Sind die […]