Algorithmus bestraft zu viel Werbung auf Webseiten

20. January, 2012 Comments Off on Algorithmus bestraft zu viel Werbung auf Webseiten Autor:

Werbung ist das Brot &  Butter für viele Webmaster. Die Einnahmen fallen höher aus, sobald Werbung im oberen Teil der Seite platziert wird. Sofort sichtbar, ohne scrollen zu müssen. Das weiß die Werbeindustrie, deshalb sind diese Anzeigenplätze fast immer die teuersten.  Zu viel Werbung “about the fold” bestraft Google nun algorithmisch.

Seiten mit hoher Qualität möchte  Google seinen Nutzern liefern. Landen Google Nutzer auf einer Seite die nicht zu erkennen gibt wo sich die eigentlichen Inhalte befinden werden sie unzufrieden. Muss man sich durch einen “Sumpf von Anzeigen” scrollen verärgert das die Nutzer. Google reagiert mit dem neuen Algorithmus auf Beschwerden seiner Nutzer.

 Page layout algorithmus – Wieviel Werbung ist nicht zu viel?

Die erste Richtlinie dürfte immer sein, sich in die Lage der Nutzer zu versetzen. Können die Nutzer mit den Anzeigen leben oder fühlen sie sich gestört. Eine Frage die man wohl nur selten mit ja oder nein beantworten kann. Nutzer haben unterschiedliche Schmerzgrenzen, wieviel Werbung akzeptabel ist. Die Betonung liegt auf akzeptabele Werbung, nicht auf möchten.  Fragt man Nutzer ob sie Werbung in und um die Texte haben möchten, kämen viele Stimmen die sich dagegen aussprechen. Ganz klar. Man muss sich nur ein Buch vorstellen, völlig frei von Werbung. Dann weiss jeder, welches Lesegefühl wir bevorzugen.

Werbung lenkt vom eigentlichen Inhalt ab. Ohne Werbung würde es ganz viele Seiten im Internet gar nicht geben. Theoretisch könnte man ja ein werbefreies oder werbearmes Internet schaffen. Besucher bezahlen für Inhalte die sie konsumieren, die Werbung kann entfallen.

Google liebt Werbung

Wir wissen alle, dass bezahlte Zugänge zu Inhalten nur bedingt realisierbar sind. Also bleibt, zumindest momentan, nur, die Werbung “zu schlucken”. Google selbst ist sehr daran interessiert, Webseiten mit Werbung zu bestücken. Google verdient mit seinen AdWords doppelt. Zunächst werden die Werbekunden zur Kasse gebeten. An den Einnahmen, der Webmaster, die per AdSense Anzeigen schalten, beteiligt sich Google ebenfalls. Rundum eine Win-Win Situation für Google. Wenn da nur nicht die Nutzer wären, denen man es auch noch recht machen muss.

Google auf Gratwanderung

Google befindet sich mit seiner Werbung, die immer noch deutlich mehr als 95% aller Einnahmen beschert, also auf einer Gratwanderung. Die AdSense Teams empfehlen Webmastern, den Anteil an Google-Anzeigen zu erhöhen und damit die Einnahmen der Webmaster und von Google zu steigern. Webmaster werden angeschrieben und darauf hingewiesen, dass die maximale Anzahl an Werbeplätzen noch nicht ausgeschöpft ist. Zusätzlich werden persönliche Beratungsgespräche per Telefon angeboten um die AdSense-Einnahmen zu steigern. Erfolgreich, wie ich anhand eigener Maßnahmen im vorigen Jahr feststellen konnte. Seither gibt es auf dieser Website mehr Werbung im oberen Bereich der Webseiten.

“Above the fold” bringt gute Einnahmen

Fundierte Erfahrungen zeigen, dass im oberen Bereich der Webseite die höchsten Einnahmen zu erzielen sind. Bis zu 3 AdWords-Anzeigen können auf einer Seite platziert werden,  Der beste Platz ist direkt über dem eigentlich Inhalt, suggeriert die AdSense-Heatmap.

Ob AdWords Anzeigen “above the fold” sind lässt sich mit einem praktischen Tool testen: above the fold what does it mean?

Müssen Webmaster jetzt sofort die Werbeanordnung ändern?

99% aller Webmaster müssen gar nichts tun und werden von keiner Abstrafung heimgesucht. Weniger als 1% aller Suchanfragen sind vom page layout algorithm betroffen, versichert Google.

Der Inhalt soll sofort findbar sein, nachdem die Seite aufgerufen wurde. Werbung about the fold zu einem normalen Level wird akzeptiert. Es scheint sehr wahrscheinlich, dass Werbung akzeptiert wird, deren Platzierung auf den AdSense Richtlinien basiert.

Im Gegensatz zu anderen algorithmischen Änderungen ist der page layout algorithm sofort weltweit wirksam. Das deutet darauf hin, dass von diesem Algorithmus tatsächlich nur das Layout betrachet wird, nicht die Inhalte. Das bedeutet auch, eine Bestrafung trifft normalerweise die komplette Website, da heutzutage eine Webpräsenz überwiegend unter einem einheitlichen Webdesign läuft.

Webmaster die sich in die Ecke der 1% Suchanfragen stellen und gleich Änderungen am Layout bzw. der Platzierung von Werbung vornehmen, dürfen damit rechnen, dass der Googlebot automatisch die Layoutänderung erkennt. Allerdings erst wenn genügend Seiten erfasst wurden. Für eine typische Website kann das mehrere Wochen dauern.

Ziel der algorithmischen Änderung sind gewiss nicht die vielen Blogs, Newsseiten usw., die gute Inhalte liefern. Es geht wohl eher um Seiten, die viele Anzeigen und nur ganz wenig oder relativ wertlose Inhalte zu liefern haben. Deshalb scheint es sehr wahrscheinlich, dass dieser Algorithmus mit anderen Rankingkriterien zusammen entscheidet ob das Design bzw. die Werbeanordnung der Site abgestraft werden sollte. Nur wenn tatsächlich zu viele Anzeigen den Weg zum Inhalt versperren sollten Webmaster sich Gedanken machen. Immer dann, wenn die Schaltung von Anzeigen über den Grundsatz gestellt wird, Nutzen für die Besuchern bereitzustellen.

Für normale Webseiten ändert sich also gar nichts. Kein Grund zur Panik. Warten wir die nächsten Tage ab. Erfahrungsgemäss wird der eine oder andere Betreiber eines SEO-Tools eine Liste von Verlierern präsentieren.  Daran liesse sich besser erkennen, welches Design und welche Werbeanordnung bestrafte Websites nutzen.

Google Webmaster Central Blog: Page Layout algorithm

 

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