Webstatistiken und Datenschutz

30. April, 2010 3 Kommentare Autor:

Stellen Sie sich vor, Sie verwenden Google Analytics und wissen gar nicht wie teuer das werden kann ­čśë Die Nutzung von Webanalyse-Software (nicht nur Google Analytics) kann im Bereich des Datenschutzes zu hohen Bussgeldern f├╝hren. Vielleicht interessiert Sie deshalb die Frage: “Wie rechtskonform ist die Nutzung von Webstatistiken wie Google Analytics und Co?”

In der Xamit Studie von April 2010 wurde ermittelt, dass Google Analytics in Deutschland einen Marktanteil von 79% unter den Webanalyse-Programmen einnimmt. Auf dem zweiten Platz folgt eTracker mit 10%. Die IVW liegt auf Platz 3, mit 4%. Es wird einger├Ąumt, dass die IVW nur bedingt verglichen werden kann, weil deren Reichweitenmessung nicht frei verf├╝gbar ist.

An vierter Stelle folgt bereits Piwik, eine Software, basierend auf PHP und MySQL, mit 2%. Weitere untersuchte Software liegt bei Anteilen von 1% und weniger.
Piwik stellt sich als Open Source Alternative zu Google Analytics dar. Die Software muss selbst verwaltet werden, die Daten auch. Das heisst, die Daten werden nicht an einen Fremdanbieter ├╝bermittelt.

Die Studie zeigt auf, dass Google Analytics nicht konform mit dem deutschen Datenschutz einhergeht. Auch die anderen Anbieter fallen in diese Kategorie. Lediglich eTracker bietet derzeit nachweisbar die M├Âglichkeit von verk├╝rzten IP-Adressen und damit eine legale Nutzung der Software.

Was vielleicht noch bedeutender ist. Laut Xamit riskiert, wer Nutzerstatistiken erstellt, aber nicht datenschutzkonform, ein Bussgeld bis zu 50 000 Euro. M├Ąngel in der vertraglichen Regelung mit dem Dienstleister k├Ânnen zus├Ątzlich mit bis zu 50 000 Euro Bussgeld geahndet werde.

F├╝r viele Websitebetreiber d├╝rfte die genannten Umst├Ąnde ein wichtiger Anlass sein, die statistische Erfassung von Besucherdaten zu ├╝berdenken, insbesondere die Wahl des Dienstleisters.

Entsprechend der Xamit-Studie kann von den untersuchten Anbietern derzeit nur eTracker, mit Anpassungen, legal genutzt werden. Eventuell trifft diese Aussage auch f├╝r WiredMinds zu. Das m├╝sste aber noch konkret gepr├╝ft werden.

Vor einem Wechsel oder ├änderungen sollten Sie jedoch alle Kriterien eingehend pr├╝fen, damit die zuk├╝nftige L├Âsung m├Âglichst langfristig den Datenschutzforderungen entspricht.

Xamit Studie – Webstatistiken im Test

Beschluss der obersten Aufsichtsbeh├Ârden f├╝r Datenschutz:
Datenschutzkonforme Ausgestaltung von Analyseverfahren zur Reichweitenmessung bei Internet-Angeboten

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Tags: Kategorie: Privatsph├Ąre

3 Kommentare to “Webstatistiken und Datenschutz”

  1. Christoph says:

    Danke f├╝r den kurzen aber sehr interessanten Beitrag! Alleine die Summen einer m├Âglichen Abmahnung sprechen B├Ąnde…
    Piwik sieht in der Tat interessant aus – d├╝rfte aber noch ein wenig mehr k├Ânnen um eine ausreichende Alternative zu Google zu sein. Ich glaube ich werde es bald mal installieren und ausprobieren…
    Danke f├╝r den Tipp!

  2. intereye - Web Analytics says:

    Hallo zusammen,

    ich wollte bei dem Thema noch auf den Vortrag des Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar auf der eMetrics 2010 in M├╝nchen verweisen: http://www.intereye.de/2010/04/datenschutzdebatte-mit-peter-schaar-und-emetrics-2010-recap/

    Bis jetzt ist mir kein Fall bekannt, bei dem es durch den Einsatz von Google Analytics oder anderen Web Analyse Tools zu Bu├čgeldzahlungen gekommen ist. Im Gesundheitssektor sind Krankenkassen schon von Datensch├╝tzern auf die Datenschutzproblematik von Google Analytics hingewiesen worden. Hier die Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bundesdatenschutzbeaftragter-kritisiert-Usertracking-bei-Krankenkassen-864903.html

    Bisher besteht also kein Grund zur Panik. Im Notfall kann man Google Analytics auch selbst so beschneiden, dass die IP-Adresse anonymisiert an Google ├╝bertragen wird: http://www.econtrolling.de/200911/anonymisiert-google-ip-adressen/

    Und wer doch Piwik als Alternative zu Google Analytics installieren m├Âchte, dem sei dieser Artikel zum Vergleich der beiden Tools empfohlen: http://www.intereye.de/2010/01/google-analytics-vs-piwik-open-source-web-analytics/

  3. Dominik says:

    Hallo zusammen, ich hab zu diesem Thema ein Interview mit einer IT Rechtsanw├Ąltin gef├╝hrt. Eventuell mal reinschauen ­čśë : http://www.elexpress.de/archives/2010/02/08/google-analytics-und-der-datenschutz-interview-mit-einer-rechtsanwaltin/