Wer mit Hunch Antworten auf seine Fragen sucht, durchgeht zunächst einen Fragebogen mit 20 Punkten. Aus den gebotenen Antworten wählen Sie die für sich passende aus und verraten Hunch damit etwas über Ihre persönlichen Vorlieben. Als Gegenleistung erhalten Sie Antworten die besser zu Ihren Vorlieben passen.
Hunch will keine Suchmaschine sein, sondern eine Entscheidungsmaschine. Hunch entscheidet aber nicht selbst, sondern möchte behilflich sein, Entscheidungen zu treffen. Dehalb gibt es keine langen Ergebnislisten, nur einen einzigen Treffer. Dem Treffer gehen jeweils rund zehn Fragen voraus, die zum genau richtigen Treffer führen. Sie liebe Leser, werden Ihre eigene Meinung darüber haben, ob ein einzelner Treffer wirklich ausreicht. Ganz klar, es hängt davon ab, wie die Fragestellung lautet. Meist gibt es aber unter der Antwort die Möglichkeit, alternative Antworten anzusehen.
Beispielsweise können Sie sich beraten lassen, welches Blog Sie lesen sollten. Sie bekommen Themengebiete zur Auswahl und anschliessend genau ein Blog genannt. Wenn immer die kollektive Weisheit der Nutzer hinter der Antwort steht, sollte die Antworten als Weisheit gelten können. Doch gibt es nicht gerade hier viel Spielraum für Manipulation? Die Frage, welches ist das beste Laptop für mich, wird mit einem konkreten Modell beantwortet, das man gleich bei Amazon kaufen kann.
Also eher eine Verkaufsmaschine, statt Entscheidungshilfe?
Eher von Beidem etwas. Hunch bekennt sich klar dazu, über Affiliate Links finanziert zu werden. Gegen die Manipulationsgefahr gibt es das Instrument der Nutzerstimmen, die in einem Satz Pro oder Kontra darlegen.
Hunch ist ein interessanter Ansatz mit den Nutzern in den Dialog zu treten. Durch nachfragen wird die Frage der Nutzer gut präzisiert. Sicherlich ist es nicht nach Jedermanns Geschmack, sich für jede Antwort durch 10 Fragen zu quälen. Dennoch dürfte es sehr viele Nutzer geben, welche für diese Art der Führung dankbar sind, insbesondere wenn es um die Entscheidungsfindung geht. Dieser Entscheidungsfindungsprozess von ca. 2 Minuten ist wesentlich schneller, als sich z.B. endlos durch Foren und Meinungsportale zu lesen. lässt aber im Gegenzug am Ende weniger Spielraum.
Seit dem 15. Juni 2009 ist Hunch online für alle Besucher nutzbar. Seit dem 27. März konnten eingeladene Nutzer am Beta-Test teilnehmen.
Zum internen Start lag die Erfolgsquote über 70%. Ende Juni lag sie bereits bei 81%. Angestrebt wird eine Erfolgsquote von 95% und mehr. Gemessen wird mit zwei Abstimmungsbuttons, mit denen die Nutzer ausdrücken ob sie mit der Antwort zufrieden sind. Derzeit bietet Hunch einen Themenkatalog mit 3500 Einträgen, 20 000 Nachfragen und mehr als 65 000 mögliche Antworten.
Hunch arbeitet mit maschinebasiertem Lernen. Je mehr Fragen beantwortet werden, je besser sollen die Ergebnisse werden. Bisher wurden von den Nutzern rund 20 Millionen Fragen beantwortet, die dazu beitragen, statistisch mehr Antworten zu liefern, mit denen die Nutzer zufrieden sind.
Hunch arbeitet nach sehr menschlichen Prinzipien. Wenn sich jemand z.B. als Vegetarier zu erkennen gibt, wird ihm gewiss keine Antwort präsentiert, die den Verzehr von Schweinefleisch zum Inhalt hat.
Hilfreich für die Entscheidungsfindung sind auch Fragen nach Vorlieben. Wenn ein Notebook mit einer bestimmten Ausstattung nicht für den angegeben Preis vorhanden ist, können Sie wählen ob Ihnen der Preis oder die Aussstattung wichtiger ist.
Hunch, ein Unternehmen aus New York City (USA),wird nur in einer englischsprachigen Version angeboten, die Nutzer werden weltweit angesprochen.
Hunch will den Nutzern wie ein Freund sein, Antworten geben, wie wir sie bekommen würden, nachdem wir einige Personen nach Ihrem Wissen befragt haben. Nutzer sollen Vertrauen zum Dienst bekommen. Langwierige Suchvorgänge werden minimiert, Entscheidungen schneller getroffen.
Caterina Fake, Mitgründerin des Fotodienstes Flickr, ist Mitgründerin von Hunch.