Wie wird der Erfolg von Websites gemessen?
Nielsen/Netratings untersucht das Online-Verhalten der Nutzer. Gemessen wird die durchschnittliche Verweildauer und die durchschnittliche Anzahl der Besuche (Sessions oder Visits). Neue Technologien sind der Grund dafür, neue Massstäbe zu setzen. Mit Total Minutes soll die Aussage der Untersuchungen gesteigert werden.
Internetanwendungen die z.B. AJAX-Technologien verwenden, laden neue Inhalte ohne die ganze Website neu zu laden. Das gilt auch für Anwendungen die mit Streaming Media Technologien ausgeliefert werden. Im Gegensatz dazu produzieren etwa Websites, die mit FrameSets präsentiert werden, mehrfache Seitenaufrufe, obwohl nur eine Seite angesehen wird. Je nach Aufbau des Framessets können bis zu 5 (und mehr) Seitenaufrufe gezählt werden. Klar ist, die Zählweise der Seitenaufrufe ist nicht besonders praktikabel, solange es keine zuverlässigen Korrekturmöglichkeiten gibt.
Die Gesamtzahl der Minuten, die ein Nutzer auf der Website verweilt, soll einen besseren Aufschluss darüber geben, wie intensiv ein Angebot genutzt wird. Die Verweildauer hängt jedoch stark vom Angebot ab. Auf Suchmaschinen kann eine kurze Verweildauer eher als ein Indikator für Qualität gewertet werden. Je schneller Nutzer finden was sie suchen, je zufriedener werden sie mit dem Dienst sein. Andere Angebote wie etwa die Musik und Video-Angebote von Yahoo! und AOL können eher als erfolgreich eingestuft werden, wenn die Nutzer lange Zeit auf diesen Seiten zubringen. Hier wird schon klar, wo die Grenzen des neuen Verfahrens liegen. Das Ranking der Websites dürfte nur nutzungsorientiert erfolgen. E-Mail Dienste dürfen miteinander verglichen, ebenso Anbieter für Multimedia-Inhalte. Reine Suchdienste benötigen eine separate Kategorie. Werden Anbieter betrachtet, die mehrer Dienste anbieten, wie Suche, E-Mail, Video usw. relativiert sich die Unterschiedlichkeit der Dienste etwas, die Aussage wird gleichzeitig ungenauer.
In die neue Messung gehen auch die Nutzungszeiten von Anwendungen wie Musikplayer (Realplayer, iTunes oder Windows-Media Player) und Instantmessenger (ICQ, AOL, Google, Yahoo!,…) ein.
Mit der neuen Kennzahl werden wir zukünftig mehr Gedankenarbeit aufbringen müssen, um die Zahlen werten zu können. Erst die Bewertung der Gesamtzahlen (Einzigartige Besucher plus Zeit, die auf den Seiten verbracht wurde) sowie die zusätzliche Einstufung nach themenorientierten Angeboten kann einigermassen aussagekräftig erscheinen. Nach der neuen Zählweise liegt der “AOL Welcome Screen” auf Platz zwei, gleich nach dem ICQ Instant Messenger. Der Windows Media Player belegt Platz 3 , Google schafft es immerhin auf Platz 4. Ohne weitere Interpretation erhalten wir hier eine fragwürdige Konstellation. Welchen Mehrwert bietet der “AOL Welcome Screen” gegenüber dem Windows Media Player, Google usw.? Wie lange wird der Welcome Screen tatsächlich angeschaut? Bleibt er während der gesamten Internet Session der Nutzer aktiv, obwohl völlig andere Anwendungen genutzt werden?
Für Websitebetreiber bleiben weiterhin die Zahlen bezüglich Suchmaschinen interessant, welche direkt auf den Seiten der Nutzer ermittelt werden. (Eine Grösse die von Nielsen/Netratings nicht untersucht wird weil man andere Messverfahren einsetzt.) Dort kann zuverlässig ermittelt werden, welche Suchmaschine mit welchen Suchbegriffen für Traffic auf die Website sorgt. Werden möglichst viele Webseiten ausgewertet, erhöht sich die Zuverlässigkeit der Zahlen. In Deutschland steht für die Öffentlichkeit das Barometer von Webhits zur Verfügung.
PDF-Datei: TOP 10 nach Total Minutes für Deutschland

