Google bahnt sich einen kontinuierlichen Weg in das Büro der Nutzer. Mit dem Softwarepaket “Google Apps Professional Edition” visiert Google Unternehmen an. Das kostenpflichtige Paket unterscheidet sich durch Leistungsfähigkeit und Werbefreiheit von der kostenlosen Version.
Schnell mal 10 000 E-Mailadressen einrichten soll laut Google kein Problem sein. Jede E-Mail Adresse darf über 10 GB verfügen. Mails können nun auch über Blackberry-Handhelds mobil abgerufen werden.
Die kostenpflichtige Version enthält als Hauptbestandteile Textverarbeitung und Tabellenkalkulation “Google Docs & Spreadsheets” sowie das E-Mail Programm Google Mail. Daneben enthält das Paket u.a. die bekannten Anwendungen Google Talk (Instant Messenger) und Google Calendar.
Das Angebot klingt verlockend. Es muss keine Software installiert werden, die Administration der Software im Unternehmen ist nicht notwendig, es wird weniger Hardware benötigt. Dateien können von bis zu 50 Personen gleichzeitig bearbeitet werden. Die Verfügbarkeit der Anwendungen soll 99,9% betragen. Google bietet Support rund um die Uhr. Schnittstellen für den Datenaustausch sollen die Zusammenarbeit mit anderen Anwendungen erleichtern.
Hunderte Universitäten und mehr als 100 000 Unternehmen haben sich laut Google, seit dem Start der Google Apps im August 2006, für dieses Produkt entschieden. General Electric sowie Procter & Gamble zählen bereits zu den Grosskunden. Die Kosten pro Arbeitsplatz betragen etwa 38 Euro (50 Dollar) im Jahr. Die Bedienoberfläche für Google Apps steht in folgenden Sprachen bereit: Chinesisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Japanisch und Koreanisch.
Laut Google werden die Daten sicher auf Servern gehostet. Die Rechenzentren sollen über hochklassige physikalische Sicherheit verfügen. Die Online-Sicherheit der Daten wird hingegen nicht extra erwähnt. Hier gibt es nur einen Hinweis auf den Datenschutz. Einen Garantie gegen Einbrüche aus dem Internet kann Google nicht liefern. Google wird sicherlich alles tun, um Angriffe über das Internet abzuwehren. Dass von Google entwickelte Anwendungen nicht unverwundbar sind , wurde in der Vergangenheit jedoch mehrfach bekannt.
Unternehmen nehmen unbekannte Komponenten in Kauf, wenn sie ihre Daten den Google-Servern anvertrauen. Erstens wandern unternehmenskritische Anwendungen ausser Haus. Zweitens ist die Unzugänglichkeit der Daten ausser Haus schwieriger zu beurteilen als im Haus. Drittens bleibt zu bedenken, dass Google, ebenso wie andere US-amerikanische Unternehmen verpflichtet ist, auf Anforderung von US-Gerichten und -Geheimdiensten Daten zur Verfügung zu stellen.
Google steigt mit Google Apps in das Geschäftsfeld der Büroanwendungen ein. Die Abhängigkeit Googles von der Werbung lässt sich auf diesem Weg reduzieren.