Mit Pipes möchte Yahoo! das Internet in neuer Form “verdrahten”. Nutzer können zahlreiche Inhalte neu zusammenstellen. Tim O’Reilly spricht sogar von einem Meilenstein in der Geschichte des Internets.
Das besondere an den Yahoo! Pipes ist die relativ leichte Bedienbarkeit. Es gibt bereits Tools die einen Mix aus Daten bereitstellen. Diese sind aber Personen mit Programmiererfahrung vorbehalten. Yahoo! Pipes ermöglicht Nutzern mit technischen Grundkenntnissen, Inhalte aus unterschiedlichen Quellen im Internet zusammenzuführen. Yahoo! stellt eine grafische Oberfläche bereit, auf der mit der Computermaus Zusammenstellungen, sogenannte MashUps, generiert werden können.
Als Datenquellen kommen XML, RSS oder Atom-Feeds in Frage. Im Ergebnis kann z.B. eine Zusammenstellung von News entstehen, die sich aus verschiedenen Datenquellen bedient, aber ausschliesslich Informationen zu einem festgelegten Thema durchlässt. Die Pipes werden von Yahoo! als interaktiver Feed-Aggregator bezeichnet. Der Dienst ist ein “Hosted Service”. Das heisst, die Software liegt auf Yahoo!-Server im Internet. Angemeldete Nutzer können ihren persönlichen XML-Datenstrom erstellen. Die neue zusammengestellten Feeds sind nicht auf Texte beschränkt. Alles was über XML erreichbar ist, kann integriert werden. Dazu gehören z.B. Aufrufe von Videos, Bildern und Postcasts. Zusätzlich lassen sich Nutzereingaben hinzumischen.
Sicherlich werden in kürzester Zeit viele neue Angebote starten, die auf den Yahoo! Pipes basieren. Momentan ist das Angebot scheinbar völlig überlastet. Neben der Startseite ist lediglich das Diskussionsforum erreichbar. Eine nette Fehlermeldung soll über dieses Missgeschick hinwegtrösten: “Unsere Leitungen sind momentan verstopft. Wir haben die Klempner gerufen”.
Tim O’Reilly – Pipes and Filters for the Internet
Jeremy Zawodny – Yahoo! Pipes: Unlocking the Data Web