Suchmaschinen Konferenz in Berlin
Die wachsende Macht von Suchmaschinen im Internet: Auswirkungen auf User, Medienpolitik und Medienbusiness war das Thema einer Konferenz, die am 27.06.2006 im Hause der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin stattfand.
Wie sind Suchmaschinen aus medienpolitischer Sicht zu betrachten und zu behandeln? Sind Regulierungen wegen der starken Marktmacht einiger weniger Suchmaschinen sinnvoll und machbar? Der Workshop wollte einen Beitrag zur Klärung dieser und anderer Fragen leisten. Vertreter der beiden wichtigen Suchmaschinen Yahoo! und Google standen im Dialog mit Vertretern aus Politik und Regulierungsbehörde.
Volker Gläser (Director Search Business Unit, Yahoo! Deutschland) erläuterte das Konzept von Yahoo!. Die Suche ist ein sehr wichtiger Bestandteil der Unternehmensstrategie. Yahoo! baut jedoch auf 4 Säulen: Content, Suche, Personalisierung und Community. Die Fixierung liegt sehr stark auf dem Trend, der heutzutage mit Web 2.0 definiert wird. Das 4 Säulen Konzept lässt sich aus der Sicht von Yahoo! noch anders darstellen:
F – Find
U – Use. Relevante Informationen
S – Share. Wissen Teilen
E – Expand. Wissen bilden und erweitern
Yahoo! sieht sich nicht als mächtiger Technologieanbieter. Den Machtvorwürfen mag Volker Gläser nicht folgen. Die Macht liegt bei den Nutzern.
Google schien der Veranstaltung besonders hohen Wert beizumessen. Aus London reiste Rachel Whetstone (Director Corporate Communication and Public Affairs, Google Inc.) an. Stefan Keuchel, Pressesprecher Google Deutschland, durfte die Veranstaltung aus Publikumssicht beobachten. Google betrachtet sich nicht als Medienunternehmen. Es finde keine Bewertung der Inhalte, die vermittelt werden, statt. Google möchte niemals in die Lage geraten, dies tun zu müssen. Die Nutzer entscheiden selbst, welche der von Google vermittelten Inhalte sie sehen möchten. Google unterwirft sich nationalem Recht, wenn es um die Auswahl von Inhalten geht, die nicht vermittelt werden sollen.
Prof. Norbert Schneider (Direktor der Landesanstalt für Medien NRW, Düsseldorf) sieht sich selbst als “sanften Regulierer”. Schneider hält ein vielfältiges Angebot für notwendig. Konzentration sollte vermieden werden, denn Macht sei “geschmacklos”. Seine rhetorische Frage “Wem gehören Suchmaschinen?” blieb unbeantwortet. Schneider sieht Suchmaschinen als Flaschenhälse, die den Eingang in die Hallen des Wissens bilden. Schneider gab sich sehr kampfeslustig: “Weiche Regulierung ist nicht Regulierung durch Weicheier”.
Grietje Bettin, (Mitglied des Bundestages) stellte die Position der Grünen dar und beklagte, dass andere Fraktionen so wenig Interesse für das wichtige Thema Suchmaschinen aufbringen. Bettin meint, Suchmaschinen müssen sparsam mit den Nutzerdaten umgehen. Sie hält alternative Suchmaschinen für förderungswert. Es sollte eine Beschwerdestelle für Nutzer geben. Bettin erklärte, die Entwicklung der Suchmaschinen, speziell Google, sollte man im Auge behalten.

