(31.07.2000) Einträge in deutschsprachigen Suchmaschinen und Webverzeichnissen
sind bisher kostenlos, jedenfalls offiziell.
Bei WEB.DE kann man sich die Platzierung auf Platz Eins für auswählbare
Begriffe kaufen!
Jeder Webmaster möchte seine Website in Suchdiensten gut platzieren. Die
Platzierung in Suchmaschinen, aber auch in Webverzeichnissen erfolgt nach bestimmten
Rankingkriterien. In der Regel werden die Rankingkriterien nicht oder nur teilweise
veröffentlicht. Damit soll eine relative Chancengleichheit für alle
Einträge gewährleistet werden.
Der Hintergrund:
Es gibt immer Mitmenschen die mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln
versuchen die Rankingkriterien auszutricksen, um die eigene Seite ganz vorn auf
der Ergebnisliste zu platzieren. Leider sind es oftmals Seiten mit minderwertigem
Inhalt, die dadurch vordere Plätze erreichen. Man spricht davon, dass der
Index verschmutzt wird. Es ist ein ständiger Kampf zwischen Suchmaschinenbetreibern
und Spammern.
Bei WEB.DE werden die Rankingkriterien
offen dargelegt. Also eine faire Chance für alle Webmaster den Eintrag so
zu formulieren, dass er in der Ergebnisliste erfolgreich gelistet wird.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sich einen Eintrag bei RealNames
zu kaufen. Diese Einträge sind auf einer weiteren Liste über den Link
"Klicken Sie hier für eine Liste von Internet-Keywords verwandt mit.."
oberhalb der Ergebnisliste erreichbar.
Es gibt aber noch eine Möglichkeit auf Platz 1 der Ergebnisliste zu landen,
die wohl den wenigsten bekannt sein dürfte.
Zunächst ein Beispiel wie Sie derartige Einträge erkennen können:
Die Suche nach buch bringt derzeit den Eintrag von justbooks.de an die
vorderste Stelle in der Ergebnisliste.
Erkennbar ist die bezahlte Platzierung daran, das Platz 1 oder besser gesagt der
vordere Platz und die Bannerwerbung auf dieser Ergebnisseite von einer Firma stammen.
Auffällig ist
1. Der Eintrag ist keiner Kategorie zugeordnet
2. Der Link zu besteht nicht nur aus der direkten URL wie bei den nachfolgenden
Einträgen. Der Link enthält Angaben die auf eine Auswertung der Klicks
schliessen lassen. (lange URL die ein Fragezeichen enthält)
4. Der Eintrag widerspricht den Rankingkriterien
von WEB.DE.
5. Der Link enthält keinen Bezug zu RealNames.
6. Bei der Besichtigung der Realnames-Einträge "Klicken Sie hier für
eine Liste von Internet-Keywords verwandt mit buch" erscheint das
Werbe-Banner von justbooks.de über der Liste der Real-Names Einträge.
Diese Nachforschung lässt sich mit weiteren Begriffen belegen: bücher, börse, flatrate, hardware, internet, versicherung, ...
Je nachdem wie lange die Begriffe gebucht sind, könnten sich zu einem späteren
Zeitpunkt andere Begriffe ergeben. Experimentieren Sie einfach mal.
.
Einträge mit RealNames-Bezug die direkt in der Ergebnisliste erscheinen erhalten
folgendes Zeichen:
Was steckt nun dahinter?
Die Antwort ist einfach und erschreckend:
In WEB.DE können verschiedene Formen der Werbung gebucht werden. Eine dieser
Formen ist die Keyword-Platzierung. Werbebanner werden in Abhängigkeit
vom Keyword (Suchbegriff) auf der Ergebnisliste ganz oben eingeblendet. Das ist
eine verbreitete Verfahrensweise bei Suchdiensten. Das Banner ist ganz klar als
Werbung zu erkennen und wird von jedem Suchenden entsprechend gewertet.
Der Vorteil der Keyword-Platzierung ist zielgerichtete Werbung, wer einen Suchbegriff
bei einem Suchdienst eingibt hat ein bestimmtes Interesse zu diesem Thema. Der
Nachteil: Die Werbung wird nur so oft eingeblendet wie genau nach diesem Begriff
gesucht wird. Die Preisgestaltung lässt bereits erkennen, dass sich der Abruf
je Suchbegriff und Monat in Grenzen hält.
Die Preise für die Buchung von mehr als 5000 Keyword-Abrufe pro Monat müssen
separat abgefragt werden, das heisst in der Praxis wird diese Zahl sehr selten
erreicht. Bei einer durchschnittlichen Banner-Klickrate von 1% ergibt das magere
50 Besucher im Monat. Also wird etwas nachgeholfen.
Bei WEB.DE wird als "besonderer Service" zusätzlich ein in oben
beschriebener Form gestalteter Eintrag in die Ergebnisliste eingeblendet.
Einschätzung
Problematisch ist diese Verfahrensweise, weil für den normalen Suchenden
nicht mehr erkenbar ist, dass es sich um einen gegen Geld gerankten Eintrag handelt.
Den Besuchern wird ein "normales" Ergebnis vorgetäuscht, das tatsächlich
nur auf Basis einer Bezahlung zustandegekommen ist.
Das ist ein schwerer Schlag gegen das Fairness-Prinzip für Einträge
in diesem Webverzeichnis.
Einträge gegen Bezahlung zu vergeben ist nur dann fair, wenn sie auch entsprechend
gekennzeichnet sind und jeder die Chance hat einen Eintrag zu kaufen.
Gute Zeiten für alle die genügend Geld besitzen sich an diesem
"Spiel" zu beteiligen. Schlechte Zeiten für alle die es sich nicht leisten können einen
Platz in der Ergebnisliste zu kaufen.
Müssen wir nun um die Fairness in deutschen Suchdiensten fürchten ?
Das @-web Verzeichnis der wichtigsten Suchmaschinen mit URL zum Anmelden neuer
Webseiten.
Webverzeichnisse und Metasucher: Suchmaschinenverzeichnis
31.07.2000
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