Vorbei sind die Zeiten wo nur reiner Text gefunden wurde. An der Uni Bonn wurde
eine Suchmaschine für Musikstücke erfunden.
Stellen Sie sich vor, Ihnen geht ständig ein "Ohrwurm" durch den
Kopf, doch leider wissen Sie nicht mehr wer dieses nette Musikstück geschrieben
hat oder wie es heisst.
Unterstützung bietet das System "notify!".
Derzeit müssen Sie musikalisch begabt sein, nur über ein MIDI-Gerät
lässt sich die Tonfolge an "notify!" übergeben, auch mehrstimmig.
Das System kann bereits eine Abfolge von 10 Tönen in einem Bestand von derzeit
12 000 Musikstücken erkennen und benötigt dafür 0,1 Sekunden.
Die Midi-Variante wird für den normalen Nutzer kaum in Frage kommen, doch
es werden leichtere Möglichkeiten anvisiert. Zukünftig sollen Anfragen
die in das Mikrofon gesummt oder gepfiffen werden, beantwortet werden. Glücklicherweise
ist "notify!" bereits jetzt sehr fehlertolerant. Ton und Rhythmus der
Eingabe werden in der Regel vom Original abweichen.
Andererseits kann "notify!" die Tonfolge in beliebigen Musikstücken
erkennen, Variationen oder geklaute Tonfolgen werden aufgespürt.
Noch genauer ist die zusätzliche Software "audentify!". Sie erkennt
nicht nur das Musikstück wie etwa die Feuerwerksmusik von Georg
Friedrich Händel. Sie erkennt ob es sich um eine Aufnahme der Berliner
Philharmoniker oder der Londoner
Symphoniker handelt. Veränderungen die bei der Umwandlung in das MP3-Format
entstehen werden berücksichtigt.
Mit "audentify!" lassen sich Softwarefilter realisieren, die den Austausch
rechtlich geschützter
Musik über das Internet kontrollieren.
Bisher ist die Suchmaschine für Musikstücke ein Forschungsprojekt. Die
beiden Wissenschaftler Prof. Dr. Michael Clausen und Dr. Frank Kurth von der Rheinischen
Friedrich-Wilhelms-Universität wollen nun ihr Wissen in einer eigenen
Firma vermarkten.