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Gridpatrol - Suchmaschine für die totale Überwachung


Die Hamburger Firma Mediatime bietet seit Oktober 2001 als erstes Unternehmen exklusiv für den deutschsprachigen Raum die Technologie Gridpatrol für lückenloses Webmonitoring an.


Gridpatrol ist ein "Beobachtungs- und Überwachungsservice rund um die Uhr".
Gridpatrol durchsucht 95% des Netzes und liefert gerichtfähiges Beweismaterial.

Theoretisch war es auch bisher möglich, sämtliche Ebenen des Internet zu durchsuchen und damit irgendwie zu überwachen. Wegen der unterschiedlichen Technologien mit denen Webseiten, der FTP-Filetransfer und P2P-Tauschbörsen wie Gnutella, KaZaA und iMesh betrieben werden, erschien es bisher eher unwahrscheinlich, dass all diese Medien gleichzeitig durchsucht und überwacht werden können.

Gridpatrol kontrolliert alles

Gridpatrol durchsucht als einzige Monitoring-Technologie nicht nur Webseiten, sondern auch die so genannten "unsichtbaren" Bereiche des Internets in einem automatisierten Verfahren. Dazu gehören zum Beispiel Newsgroups, Chatkanäle oder FTP-Server - beliebte Umschlagplätze für raubkopierte Software, plagiierte Texte und gezielte Falschinformationen.

Die Implementierung verschiedener Komponenten - der Wahrscheinlichkeisttheorie, Bayesian Belief Networks, regelbasierter Methodik und Fuzzy Logic - ermöglicht das automatische Scannen von Milliarden von Webseiten, ohne dass hierfür nennenswerter Einsatz menschlicher Tätigkeit erforderlich wäre.

Als Zielgruppen fasst Mediatime internationale Markenartikler und Unternehmen aus sensiblen Branchen wie der Pharma-, Lebensmittel- und Chemieindustrie ins Auge. Darüber hinaus will das Unternehmen deutsche Musikverlage und Softwarehersteller für Gridpatrol gewinnen.

Zunächst tritt Gridpatrol in Deutschland als Auftragnehmer auf, während die Suchaufträge von englischen Programmierern umgesetzt werden. Später sollen auch in Hamburg die Hardwarekpazitäten errichtet werden, um den deutschsprachigen Markt überwachen zu können.

Die Gridpatrol-Technologie

Mit der Discovery Engine bietet Gridpatrol ein skalierbares System das aus vier Komponenten besteht:

  • Modularisiertes Suchsystem
    Basierend auf der Cluster-Technologie, die bereits heute in vielen Bereichen Grossrechner durch ein modular verknüpftes System von Klerinrechnern (PC) ersetzt, lässt sich die Discovery Engine fast beliebig an die wachsende Grösse des Internet anpassen. Die Ausbaugrösse reicht bis zu 256 x 256 Rechner.

  • Monitoring System
    Im Monitoring System werden die Abfragen formuliert und festgelegt, in welchem Umfang die Überwachung erfolgen soll.

  • Discovery Language
    Übersetzung der Anfragen an die zu überwachenden Teilsysteme wie Suchmaschinen, FTP-Server, Newsgroups, Message-Boards, Filesharing-Systeme,...
    Klassifiziert und gruppiert Dokumente in Bezug auf einen speziellen Kontext.

    Die gridpatrol Discovery Language arbeitet mit logikbasierten Abfragen und ist daher auch in der Lage, Mehrdeutigkeiten, wie sie in der natürlichen Sprache vorkommen, zu unterscheiden.

  • Ergebnisdatenbank
    Speichern aller Treffer, die zur Anfrage passen, mit modernem Dokumentenmanagment.

Die schwierigste Aufgabe ist die Formulierung der richtigen Anfrage. Dieser Vorgang kann sogar mehrere Monaten beanspruchen, minimal werden zur Umsetzung 14 Tage veranschlagt.

Im Gegensatz zu Suchmaschinen hat Gridpatrol keinen eigenen Index. Das kann nur bedeuten, dass Suchmaschinen und andere Systeme in regelmässigen Abständen abgefragt werden.

Über komplexe Algorithmen werden aus der Ergebnisliste die relevantesten Links herausgefiltert und diejenigen Verweise verfolgt, welche mit der höchsten Wahrscheinlichkeit zu interessanten Informationen führen.

Das heisst aber auch, dass nicht wirklich die gesamten Inhalte von Milliarden Webseiten abgefragt werden. Zunächst kann gridpatrol nur die Inhalte der Ergebnislisten kontrollieren um bei Stichworten oder auffälligen Sprachmustern die zugehörigen Webseiten aufzusuchen.

P2P- Kontrolle

Ein hervorstechendes Merkmal der neuen Gridpatrol-Technologie, die von Mediatime-Partner Envisional, einem Spin-Off der englischen Eliteuniversität Cambridge entwickelt wurde, kommt hier besonders zum Tragen. Statt einfacher Suchbegriffe analysiert Gridpatrol die binären Codes von Downloadvorgängen in den Peer-to-Peer-Netzwerken und von FTP-Servern. Dabei werden bestimmte Soundstrukturen, Programmelemente oder Bildbestandteile wiedererkannt.

Die Leistungen

Der Monitoring-Service konzentriert sich auf 4 Teilbereiche. Markenmissbrauch, Produktpiraterie, Imageschädigungen (Falschmeldungen u.ä.), Marktbeobachtung.

Die Konsequenzen

Zahlreiche Beispiele von Betrug im Netz, falsch verbreiteten Börseninformationen, Verleumdung und Missbrauch von Meta-Tags werden angeführt um eine Rechtfertigung für das flächendeckende Scanning des Internet zu erhalten.

Ebenso lässt sich diese Technik einsetzen um gezielt Profile von Internetnutzern anzulegen.
Wann und wo hat sich jemand zu welchem Thema geäussert ? Welche Vorlieben hat er, wofür und wogegen ist er ?
Möglichkeiten die unsere freiheitliche, demokratische Grundordnung in Frage stellen.

Wer schützt vor dem Missbrauch dieser Technologie ?

Liebe Leser. Es wird immer wahrscheinlicher, dass sämtliche Ihrer Aktivitäten im Internet verfolgt werden. Welche Schlussfolgerungen daraus zu ziehen sind, sollte jeder Leser für sich entscheiden.
Eine Möglichkeit wäre etwa, @nonymouse zu benutzen.
Interessant ist auch das Projekt
JAP zum Schutz der Privatsphäre im Internet:
JAP Anonymity und Privacy
Anonyme E-Mails und Postings in Newsgroups lassen sich mit dem Quicksilver Client realisieren.

Oder probieren Sie :
Rewebber - Privatspäre im WWW

Einen englischsprachigen Beitrag zur Anonymisierung finden Sie hier: The Register

Zur Website von Gridpatrol




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02.10.2001
Letzte Änderung: 28.09.2003


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