Viele Menschen nutzen Suchmaschinen und sich nicht im Klaren darüber,
dass sie gefilterte Inhalte serviert bekommen.
Würden Suchmaschinen wirklich alle Seiten zulassen, die dort angemeldet werden,
hätten die Nutzer ein echtes Problem. Sie würden oft genug auf Seiten
stossen, die nichts mit ihrer Anfrage zu tun haben. Dennoch. Besonders für
Webseiten im Rotlichtbereich, arbeiten versierte Personen, denen es immer wieder
gelingt, trotz ausgefeilter Rankingmethoden der Suchmaschinen, vordere Plätze
für harmlose Begriffe zu erreichen. Das kann seh problematisch werden. Was
Erwachsene vielleicht noch wegstecken, ist für zarte Kinderseelen oftmals
nicht zumutbar.
Regeln für Anbieter aufstellen, statt Suchmaschinen zu sperren
Der sinnvollste Weg wäre, auf Anbieter dieser Angebote einzuwirken, damit
nur Inhalte frei zugänglich sind, die ohne rechtliche und moralische Bedenken
konsumiert werden können. Das klappt im Internet jedoch nur begrenzt, da
es kein Problem ist, auf Webserver auszuweichen, die ausserhalb deutscher Ländergrenzen
stehen und somit nicht dem deutschen Recht unterliegen.
Eltern achten auf ihre Kinder
Ein anderes oft angeführtes Argument geht davon aus, dass Eltern ihre
Kinder nicht alleine im Internet surfen lassen dürfen, solange bis diese
moralisch gefestigt auch allein mit Inhalten aller Art umgehen können. Die
Kontrolle der Eltern kann nur eingeschränkt funktionieren. Verbote und technische
Hindernisse sind oft genug Anreiz, diese zu umgehen, zu hause oder an anderen
Computern.
Die Filterliste für Suchmaschinen
Als zentrale Anlaufpunkte im Internet ermöglichen Suchmaschinen und Webverzeichnisse
eine relativ leichte Orientierung im Internet. Viele Angebote wären ohne
diese Navigationshilfen nicht bekannnt. Es erscheint also recht einfach für
Suchmaschinen und Webverzeichnisse als zentrale Verkehrspunkte im Internet, Filterlisten
zu erstellen, nach denen sich alle Betreiber wichtiger Suchmaschinen und Webverzeichnisse
richten.
Die Initiative von jugendschutz.net und der Bertelsmann Stiftung "Transparenz
im Netz: Suchmaschinen" Ziel ist ein "Code of Conduct" und ein
Gütesiegel für Suchmaschinen.Im Mittlpunkt derzeitiger Diskussionen
steht eine zentrale Filterliste, die zwischen den Betreibern der Suchmaschinen
ausgetauscht, abgestimmt wird. Ein einheitliches Vorgehen, das künftig dafür
sorgen soll, dass sämtliche Nutzer vom Kleinkind bis zum Greis vor moralisch
und rechtlich bedenklichen Inhalten geschützt werden.
Was soll gefiltert werden und wer bestimmt Grauzonen?
Dass Inhalte durch Suchmaschinen gesperrt werden ist notwendige Selbsthygene,
selbst wenn viele Menschen aufgeregt von Zensur reden. Zu begrüssen ist auch,
dass Betreiber von Suchmaschinen nicht allein gelassen werden, mit den notwendigen
Entscheidungen. Einzelne Personen sind schlicht überfordert, das moralische
Gewissen einer Gesellschaft darzustellen. Nur, was genau ist filternswert, wo
ist die Grenze?
Das grösste Problem dürfte darin bestehen, genau zu definieren, welche
Inhalte nun gefiltert werden. So viele Menschen es gibt, so viele Meinungen gibt
es dazu. In einer demokratischen Gesellschaft werden deshalb Themen solange diskutiert,
bis ein gesellschaftlicher Konsens gefunden wird. Das kann viele Jahre dauern.
Gesellschaftliche Diskussion auschalten?
Am einfachsten ist es, die gesellschaftliche Diskussion auszuschalten und die
Listen streng geheim zu halten. Der gesellschaftlichen Offenheit wird damit nicht
gedient.
Sicher wird mit dieser Verfahrensweise der Missbrauch minimiert. Denn, neben Stichworten
sollen konkrete Adressen gesperrt werden. Betreiber der ausgeschlossenen Websites
könnten bei einer offenliegender Liste der URL sehr schnell auf andere Websites
ausweichen, die Suchmaschinen würden mit ihren Sperrungen immer einen Schritt
hinterher hinken. Gesperrte URL nicht zu veröffentlichen dürfte deshalb
als ein sinnvolles Verfahren eingestuft werden.
Dass die Auswahl der gesperrten Worte nicht an die Öffentlichkeit gelangen
soll, erscheint hingegen vielen Menschen als Bevormundung, als Einschränkung
der Persönlichkeit. Gleichzeitig wird das Vertrauen in die Betreiber der
Suchdienste reduziert. Transparenz im Netz bedeutet tatsächlich, dass Vorgänge
transparent gemacht werden. Kinder sollen geschützt werden, transparent und
vertrauenswürdig.
Das Aufstellen sogenannter schwarzer Listen deckt nationale Suchdienste ab, die
sich auf internationaler Ebene jedoch weiterhin leicht umgehen lassen. Grosse
internationale Suchmaschinen wie Google und AltaVista sind in den USA angesiedelt.
Dort bestehen teilweise andere moralische Auffassungen. Während in Deutschland
vor allem rechts- oder linksextreme Inhalte abgelehnt werden, ist für viele
US-amerikanische Bürger die Darstellung menschlicher Nacktheit ein Thema
das blockiert werden sollte. Das Internet kann bei verständnisvoller Nutzung
durchaus dazu beitragen, moralische Entwicklungshilfe zu leisten. Offenheit über
Ländergrenzen hinweg zu transportieren.
Aufklärung war schon immer eine bewährte Methode, in einer freien Gesellschaftsordnung.
Besonders pikant erscheint in diesem Zusammenhang, dass selbst renomierte redaktionelle
Angebote wie Yahoo! es nicht für notwendig erachten, die Ergebnisse für
die Suche nach Begriffen wie Porno nur mit einem Anschein von Kinderschutz zu
versehen. Immerhin 11 Kategorien werden zu diesem Suchbegriff gefunden. Die Beschreibungen
vieler Einträge lassen keinen Zweifel aufkommen, dass es sich hier um Hardcore-Inhalte
handelt. Der Download sogenannter Dialer die über 0190-Telefonnummern astronomische
Telefonrechnungen verursachen sind nur wenige Klicks entfernt. Sind Kinder davor
geschützt?
Das @-web Verzeichnis der wichtigsten Suchmaschinen mit URL zum Anmelden neuer
Webseiten.
Webverzeichnisse und Metasucher: Suchmaschinenverzeichnis
26.07.2002
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