Peer-to-Peer ist das erste deutschsprachige Buch, das sich ernsthaft mit diesem
Thema auseinandersetzt.
Peer-to-Peer, kurz P2P, steht für die Verbindung von Computern, die gleichzeitig
als Server und Client arbeiten. Mit dieser Architektur von Computernetzwerken
lässt sich die hocheffiziente Nutzung vorhandener Computer in Unternehmen
erreichen.
Namhafte Autoren kommen in diesem Buch zu ökonomischen, technologischen und
juristischen Perspektiven der Peer-to-Peer Technologie zu Wort.
Vielen Lesern wird die Anwendung von Peer-to-Peer vorrangig als Filesharing-System
bekannt sein. Spätestens, seit die Musiktauschbörse Napster in das Licht
der Öffentlichkeit rückte. Das Buch beschreibt auch diesen Aspekt, speziell
mit einem Beitrag des Gnutella-Entwickler Gene Kan. Wesentlich umfangreicher sind
die Inhalte zum kommerziellen Einsatz von Peer-to-Peer Anwendungen in Unternehmen.
Die Zielgruppe des Buches sind vor allem Entwickler und Entscheider, die sich
über Aspekte und Einsatzmöglichkeiten von Peer-to-Peer in ihrem Unternehmen
informieren möchten.
Wichtige Anwendungsgebiete des Peer-to-Peer Computing sind bisher im wissenschaftlichen
Bereich zu finden. Dr. Sebastian Wedenewski
beschreibt dem mathematisch interessierten Leser ausführlich und anschaulich,
den Nutzen eines Peer-to-Peer Netzes zur Lösung mathematischer Probleme.
Im speziellen Fall erläutert er den Versuch für die Bestätigung
der Riemannschen Hypothese, einer mathematischen Formulierung, die wegen ihrer
Komplexität seit mehr als 140 Jahren weder bewiesen noch belegt werden konnte.
Mit dem Peer-to-Peer Computing stehen völlig neue Möglichkeiten zum
Beweis der Riemannschen Theorie und vieler anderer komplexer mathematischer Aufgabenstellungen
bereit. Die immense Rechenkapazität eines Peer-to-Peer Netzes stellt mit
dem Verbund normaler PCs, Rechenkapazitäten bereit, die sonst nur von immens
teuren Supercomputern geleistet werden.
Das Buch beschreibt die Verwendung von Peer-to-Peer für Instant Messaging,
Gruppenarbeit (Arbeitsaufgaben, Termine, u.s.w. koordieren), Web Services (Verteilte
Bereitstellung von Diensten), sowie als Grid (verteiltes Rechnen). Zum Grid-Computing
gehört das Rechnen "on demand", also die Nutzung externer Rechenkapazitäten
nach Bedarf, für eine spezielle Aufgabe, über einen vereinbarten Zeitraum.
Oftmals werden mit Peer-to-Peer virtuelle Zweckgemeinschaften zur Lösung
von Aufgaben geschaffen. Der Vorteil für Unternehmen liegt etwa darin, dass
nicht alle Computer dieser Zweckgemeinschaften im Unternehmen stehen müssen.
Wie die entstehenden Sicherheitsprobleme beurteilt und gelöst werden können,
beschreibt Herbert Damker sehr detailliert.
Mit MoneyBey wird eine Lösung auf Basis neuronaler (lernender) Netze beschrieben,
die Vernetzung künstlicher Intelligenz, mit der eine Prognose der Börsenentwicklung
ermöglicht wird. Der kommerzielle Erfolg dieses Systems wird durch die aktive
Einbindung vonr mehr als 10 000 PCs von Nutzern dieses Systems erreicht.
Prof. Dr. Thomas Hören beschreibt das Urheberrecht in Peer-to-Peer Diensten.
Die Probleme von Vervielfältigung, Urheberrecht, Verwertungsrecht und öffentlicher
Wiedergabe dürften vor allem für Filesharing-Dienste wichtig sein.
Beeindruckend beschreibt Martin Curley den Wettbewerbsvorteil der Firma Intel
durch die Verwendung ungenutzter Ressourcen sehr vieler PCs im Unternehmen. Die
Vorteile von Peer-to-Peer in Unternehmen sind so offensichtlich, dass zukünftig
immer weniger Unternehmen, an der Nutzung dieser Technologie vorbeikommen. Aufgaben
werden schneller gelöst, die Kosten für die IT-Infrastruktur gesenkt,
die Computerressourcen besser genutzt. Informationen lassen sich schneller und
effektiver verteilen als im Intranet. Die Zusammenarbeit im Unternehmen wird generell
verbessert.
Martin Curley schlussfolgert: "Wir stehen am Anfang einer aufregenden Entwicklung
auf dem Gebiet der Computertechnologie."
Fazit:
Peer-to-Peer reiht sich zunehmend als Technologie in die Infrastruktur von Unternehmen
ein. Entscheider und Entwickler sind gut beraten, sich zeitig mit den Möglichkeiten
und Grenzen von Peer-to-Peer vertraut zu machen. Das Buch gibt Fachleuten einen
guten Einstieg in dieses Thema.
Peer-to Peer - Detlef Schoder, Kai Fischbach, Renè Teichmann (Hrsg.)
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Webverzeichnisse und Metasucher: Suchmaschinenverzeichnis
01.03.2003