Schlechte Zeiten für kostenlose Angebote im Internet
(08.06.2001) Schlechte Nachrichten über Suchmaschinen häufen sich leider
in den letzten Tagen.
Gerade hat Excite angekündigt, die europäischen Aktivitäten stark
einzuschränken, folgt AltaVista mit der Nachricht, dass die europäische
AltaVista-Manager entlassen werden.
Die europäischen Niederlassungen werden zukünftig vom europäischen
Hauptquartier in Grossbritannien geleitet.
In den Niederlassungen Deutschland, Grossbritannien, Frankreich und Italien wird
es vermutlich auch Entlassungen beim Personal geben. Diese Frage wollte Kirsten
Ford, AltaVistas Marketing Managerin für Europa, nicht bestätigen, Details
werden bisher nicht bekanntgegeben.
Die Niederlassungen in den Niederlanden und Schweden werden geschlossen.
Einschätzung
Einen nicht zu unterschätzenden Anteil hat, wie auch bei Excite Europe,
der kranke Werbemarkt.
AltaVista hat sich schon vor einigen Monaten von Double Click als Vermarkter verabschiedet
um die Vermarktung selbst zu übernehmen.
Nach meinen Beobachtungen ist der Abschied vom Vermarkter und die Vermarktung
in Eigenregie der erste sichtbare Schritt nach aussen, dass es ernsthafte (finanzielle)
Probleme gibt.
Die Neuausrichtung "back to the roots"
(@-web berichtete) , brachte offenbar nicht den ersehnten Umschwung. AltaVista
hatte seine Suchseiten vom Portalcharakter zurückgeschraubt, die Suche wieder
als Hauptaufgabe zentriert.
Erst kürzlich entdeckte ich, dass AltaVista in der Suchmaschine Google wirbt
(Meldung v. 04.06.2001). Das ist kein gutes Zeichen für eine Suchmaschine,
wenn sie in einer anderen Suchmaschine werben muss.
AltaVista sagt
Bei Kirsten Ford hört sich die Umstrukturierung so an.
"Die Umstrukturierung ist notwendig, um unser Geschäft besser an den
veränderten europäischen Markt anzupassen."
@-web meint:
Dahinter kann auch die wachsende Konkurrenz anderer Suchmaschinen, besonders
von Google stehen.
Google betreibt keine Länderniederlassungen, auch wenn immer mehr regionale
Portale (Deutschland, Schweiz, Kanada, Japan,...) entstehen. Sämtliche 200
Mitarbeiter arbeiten in den USA. Das dürfte wesentlich kostengünstiger
sein, als die zahlreichen AltaVista-Niederlassungen in Europa.